Früher, als das Wünschen noch geholfen hat…
PD Dr. Rainer Bremer im Interview mit der Metallzeitung, September 2013
PD Dr. Rainer Bremer im Interview mit der Metallzeitung, September 2013
Österreichs Bildungsministerium lässt sich die Unwirksamkeit von Bildungsstandards und Tests durch ein Gutachten attestieren. Das landeseigene Institut für Bildungsforschung bezweifelt, ob Unterricht nach Standards zu besseren Leistungen führt. FAZ vom 30.8.2013
Die „Furcht vor der Freiheit“, in der Erich Fromm den psychologischen Ursprung der Bereitschaft sah, sich gesellschaftlichem Druck zu unterwerfen, ist, so scheint es, in dem Bertelsmann-Mobilisierungsprogramm, auf das System übergegangen, da es mit enormem propagandistischem und ökonomischem Aufwand die Individuen daran zu hindern versucht, einen anderen Gebrauch von ihrer Freiheit zu machen, als den, den die flexible Selbstverwertung von ihm verlangt.
Je mehr höhere Abschlüsse, desto besser für das Land – so die einfache Formel. Käme es allein darauf an, dürfte Deutschland nicht schon länger Exportweltmeister sein. Bildungsethische Kolumne („Tagespost“ vom 15. Juni 2013)
Am Dienstag vorletzter Woche wurden die Zeitungsleser bundesweit mit den Ergebnissen des „Chancenspiegels“ der Bertelsmann-Stiftung und der „Universitäten Dortmund und Jena“ konfrontiert. Resultat: „Kultusminister müssen noch viel lernen“ (Stuttgarter Nachrichten).
Bisher sind keine positiven Effekte auf Lernprozesse erwiesen, trotzdem setzen alle auf Individualisierung …
cMOOC, xMOOC, MOAT: Was hier an kryptischen Kürzeln steht, ist die Zukunft des Lernens. Zunächst an den Hochschulen, dann in der beruflichen Weiterbildung, später auch an Schulen und Kitas. Zumindest, wenn Kybernetiker, Digitalisten und die Propagandisten der Bildungsindustrie ihre Vorstellungen von Lehre und Lernen realisieren.
Es ist bekannt, dass die inklusive Beschulung von Kindern mit „besonderem sonderpädagogischem Förderbedarf“ (so die rechtliche Formulierung in Baden-Württemberg) mit erheblichen Problemen verbunden ist …
Es ist erstaunlich, wer alles von der „vernetzten Welt“, vom globalen Dorf und dem grenzenlosen Austausch von Information spricht, immer weitere Vernetzungen fordert und gleichzeitig blind ist für das tatsächlich schon aufgespannte Netz, in dem wir zappeln. Ein Teilaspekt dieser Digital- und Netzeuphorie sowie deren Folgen betrifft schon jetzt die (Hoch)Schulen.
Jenseits einer entsprechenden Irritation ist die Marketingstrategie signifikant, mit der Hauptvertreter der ‘Empirischen Bildungsforschung’ für ihre Sache werben.