Buch: Lernen. Wir werden was wir sind

So selbstverständlich das Phänomen Lernen auf den ersten Blick also erscheinen mag, so vieldeutig, komplex und unbestimmt kann es bei genauerem Hinsehen werden und so vielfältig werden auch die möglichen Antworten auf die Frage, was da eigentlich vor sich geht, wenn wir das tun, was wir gewöhnlich als Lernen bezeichnen.

Buch: Bildung als Provokation

Während „Bildung“ als universelles Problemlösungsversprechen omnipräsent geworden ist, ist der „Gebildete“, den wir ja eigentlich als Ziel all dieser Bildungsanstrengungen vermuten müssten, aus dem Wortschatz nahezu verschwunden. Nicht einmal mehr am Horizont der Bildungsplanung und der Bildungsbiographien, die nun untersucht und beschrieben werden, taucht der Gebildete auf, und wir wüssten auch nicht, an welcher Stelle der offiziellen Bildungskarrieren er in Erscheinung treten sollte.

Überfällige Standpauke mit Blick nach vorn

Wer den Buchtitel „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ liest, mag das für eine Anleitung halten. Wer den Autor kennt – Josef Kraus, Gymnasiallehrer und bis zur Pensionierung 2017 sowohl Schulleiter wie wortmächtiger und erfreulich streitbarer Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) – dürfte ahnen: Hier kämpft ein Praktiker für den Erhalt (genauer: die Renaissance) eines Bildungssystems, das diesen Namen verdient.