Symposion „Neue Lernkultur auf dem Prüfstand“
Am 17.09.2013, ab 17.00 Uhr in der Aula des Uhland-Gymnasium, Uhlandstr. 24, Tübingen
Am 17.09.2013, ab 17.00 Uhr in der Aula des Uhland-Gymnasium, Uhlandstr. 24, Tübingen
Das Gymnasium nimmt in Deutschland (wie im ganzen mittel-europäischen Raum) seit der Humboldtschen Bildungsrevolution eine Schlüsselrolle im Bildungswesen ein. Wie verträgt sich das mit der derzeit zu beobachtenden „Entgymnasialisierung“?
Die „Furcht vor der Freiheit“, in der Erich Fromm den psychologischen Ursprung der Bereitschaft sah, sich gesellschaftlichem Druck zu unterwerfen, ist, so scheint es, in dem Bertelsmann-Mobilisierungsprogramm, auf das System übergegangen, da es mit enormem propagandistischem und ökonomischem Aufwand die Individuen daran zu hindern versucht, einen anderen Gebrauch von ihrer Freiheit zu machen, als den, den die flexible Selbstverwertung von ihm verlangt.
Je mehr höhere Abschlüsse, desto besser für das Land – so die einfache Formel. Käme es allein darauf an, dürfte Deutschland nicht schon länger Exportweltmeister sein. Bildungsethische Kolumne („Tagespost“ vom 15. Juni 2013)
Am Dienstag vorletzter Woche wurden die Zeitungsleser bundesweit mit den Ergebnissen des „Chancenspiegels“ der Bertelsmann-Stiftung und der „Universitäten Dortmund und Jena“ konfrontiert. Resultat: „Kultusminister müssen noch viel lernen“ (Stuttgarter Nachrichten).
Jährlich publiziert die OECD ihren Bericht „Bildung auf einen Blick“, in dem der Bundesrepublik jährlich Nachholbedarf bescheinigt wird. Richtig wird es durch die Wiederholung nicht.
Bisher sind keine positiven Effekte auf Lernprozesse erwiesen, trotzdem setzen alle auf Individualisierung …
cMOOC, xMOOC, MOAT: Was hier an kryptischen Kürzeln steht, ist die Zukunft des Lernens. Zunächst an den Hochschulen, dann in der beruflichen Weiterbildung, später auch an Schulen und Kitas. Zumindest, wenn Kybernetiker, Digitalisten und die Propagandisten der Bildungsindustrie ihre Vorstellungen von Lehre und Lernen realisieren.
Es ist bekannt, dass die inklusive Beschulung von Kindern mit „besonderem sonderpädagogischem Förderbedarf“ (so die rechtliche Formulierung in Baden-Württemberg) mit erheblichen Problemen verbunden ist …
Es ist erstaunlich, wer alles von der „vernetzten Welt“, vom globalen Dorf und dem grenzenlosen Austausch von Information spricht, immer weitere Vernetzungen fordert und gleichzeitig blind ist für das tatsächlich schon aufgespannte Netz, in dem wir zappeln. Ein Teilaspekt dieser Digital- und Netzeuphorie sowie deren Folgen betrifft schon jetzt die (Hoch)Schulen.