Wenn Alarmglocken stumm bleiben

Ein Aushilfslehrer schildert im Schweizer Monat verstörende Erfahrungen aus dem Schulalltag: schwierige Klassen, erschöpfte Lehrkräfte, eine Pädagogik auf der Flucht vor Autorität. Erstaunlich ist nicht nur der Bericht. Erstaunlich ist vor allem das Schweigen darauf. Von Carl Bossard.

Die Rückkehr der Kreidezeit

Eine Allianz von Fachleuten will in der Schweiz eine Debatte über wirksamen Unterricht, Lesenlernen und Bildungsqualität anstossen. Die Reaktion darauf zeigt allerdings vor allem eines: Wer heute systematisches Lernen verteidigt, gerät erstaunlich schnell unter Restaurationsverdacht. Das verrät viel über die heutige Diskurskultur. Von Carl Bossard.

Wenn die Wirklichkeit stört

Der oberste Schulleiter der Schweiz, Thomas Minder, fordert die Abschaffung von Gymnasialprüfungen und frühen Selektionen, ja des sogenannten Langzeitgymnasiums generell. Er stellt damit ein zentrales Element der schulischen Lernleistungslogik in Frage. Von Carl Bossard

Mut zu Zwischentönen in der Bildung

Alternativlos – ein grosses Wort für eine kleine Gewissheit. Es verspricht Klarheit, wo in Wirklichkeit Ambivalenz herrscht. Diese Sehnsucht nach Eindeutigkeit prägt auch das Bildungswesen. Doch Bildung beginnt dort, wo Eindeutigkeit endet. Von Carl Bossard

Sprache als Bildungsaufgabe der Demokratie

Immer mehr Texte werden in «leichter Sprache» angeboten – von Behördeninformationen bis zu Klassikern der Literatur. Die Absicht ist ehrenwert: möglichst viele Menschen sollen verstehen, was geschrieben steht. Doch die Vereinfachung wirft eine grundsätzliche Frage auf: Was geht verloren, wenn Sprache nur noch leicht sein soll? Von Carl Bossard

Wenn «modern» zur Leerformel wird

Im Vorfeld von kantonal-schweizerischen Parlamentswahlen wie aktuell in Zürich lohnt sich ein Blick auf bildungspolitische Verheissungen. Rasch zeigt sich ein vertrautes Vokabular: Modern müsse Bildung sein, innovativ der Unterricht, heisst es allüberall. Modernität fungiert als Gütesiegel – nicht als pädagogische Kategorie. Von Carl Bossard.

Der Schneefall als Manifestation des Unverfügbaren

«Gibt es dieses Jahr weisse Weihnachten?» Die Frage beschäftigt viele. Schon Wochen im Voraus werden Meteorologen bestürmt und bekniet. Doch erzwingen lässt sich der Schnee nicht, punktuell herstellen schon. Gedanken zur Unverfügbarkeit in Schule und Gesellschaft. Von Carl Bossard

Wer hat die Definitionsmacht über die Schulen übernommen?

Was in der Schule gelehrt und wie unterrichtet wird, bestimmt inzwischen ein kleiner Bildungszirkel: bürokratisch abgeschottet, akademisch abgehoben und weitgehend abgekoppelt von der Schulwirklichkeit. Für die Lehrer, Schüler, Eltern sowie die Wirtschaft und Gesellschaft sind die Folgen verheerend. Interview von Beat Schaller mit Carl Bossard vom 10. November 2025 (sichtweisenschweiz.ch)

Die Mikroprozesse des Lernens sind anspruchsvoll

Wenn das Lernen sein Gewicht verliert. Die Bildungsausgaben in der Schweiz steigen, die Lernleistungen sinken. Das erstaunt; gleichzeitig bleibt die Suche nach Gründen oberflächlich und auf der Makroebene. Das eigentliche Problem liegt im Kleinen, in der Mikroebene des Lernens. Hier entscheidet sich, ob die Schule ihren Kernauftrag erfüllt. Von Carl Bossard