Veröffentlicht am 24.05.18

Ökonomisierung und Digitalisierung – „Sargnägel“ der Bildungsreform?!

25. September 2018, PH Wien, 1100 Grenzackerstraße 18, Petz-Saal, 9.00 bis 17.00 Uhr

Die Begriffe „Ökonomisierung“ und „Digitalisierung“ werden im Zusammenhang mit beinahe allen Lebensbereichen besonders oft genannt, so auch im Bildungsbereich. Im Arsenal der vermeintlichen Gleichsetzung der – hier getrennt gedachten – Horizonte von Bildung mit zertifizierbaren Kompetenzen der Ausbildung, werden nicht hintergehbare Differenzen und Gegensätze gewollt oder ungewollt auf Kosten der Horizonte eingeebnet. Programme und Schlagworte dominieren beide Diskurse. In dieser gemeinsamen „Agenda“ geht es um Wettbewerbsfähigkeit in einem digitalen Markt und um eine Stärkung der digitalen Wirtschaft.

Ökonomisierung und Digitalisierung scheinen die Lösung für sämtliche Herausforderungen des Bildungsbereichs zu sein. Den Wirkungsversprechungen betreffend einer Qualitätssteigerung des Unterrichts und betreffend einer Verbesserung der Lernleistung der Schüler/innen kann man sich kaum entziehen. Dabei stehen jedoch kaum die bildenden Inhalte selbst im Mittelpunkt.

Learning Analytics und Big Data sind daher Kernelemente der „Digitalen Bildung“, in der die Lernenden von Algorithmen „überwacht“ werden. Die nichtallgorithmisierbare bildende Erfahrung mit der Sache wird dabei suspendiert. Der Computer gibt Aufgaben und Übungen vor, die Lehrenden werden zu „Lernbegleitern“. Bildendes Lernen im Unterricht und in letzter Konsequenz der Mensch selbst, werden auf eine messbare Ware reduziert.

Es geht dabei nicht um die Frage, ob Lehrende (unter Rückgriff auf ihre pädagogische und fachliche Expertise) digitale Medien in ihrem Unterricht einsetzen können, sondern letztlich darum, die Möglichkeiten und Grenzen der Digitaltechnik zu kennen. Die Frage, die sich uns stellt, ist, in welcher Weise eine Begegnung mit digitalen Medien in der Schule stattfinden soll und ob durch die Art dieser Begegnung Kinder in der Schule auch lernen, sie kritisch zu beurteilen.

Aus diesem Grund soll in der Tagung den Strategien und Maßnahmen der Ökonomisierung, den Entgrenzungen der Bildungsidee, den Aus- und Absichten beider Diskursfelder nachgespurt werden und auf den Prüfstand kritischen Denkens gestellt werden.

Ablauf:

9.00-9.30:

  • Begrüßung durch Rektorin Mag.a Ruth Petz
  • Einführung in das Tagungsthema:
    Prof. Dr. Heribert Schopf und Prof. Dr. Gerhard Scheidl (PH Wien)

9.30-10.45

  • Referat 1 mit Diskussion
    Prof. Dr. Jochen Krautz, Bergische Universität Wuppertal:
    Was heißt: Ökonomisierung der Bildung? Hintergründe, Strategien, Auswirkungen
    Moderation: Dr. H. Schopf

11.00-11.45:

  • Referat 2 mit Diskussion
    Prof. Dr. Ralf Lankau, Hochschule Offenburg:
    Kein Mensch lernt digital oder: Über das Missverständnis von Medientechnik im Unterricht
    Moderation: Dr. G. Scheidl

12.00-13.00

Mittagspause – Imbiss, Fingerfood

Workshops

  • WS 1: Dr. Ralf Lankau: Vertiefung Referat
  • WS 2: Dr. Jochen Krautz: Ökonomisierung der Schule: Phänomene und Alternativen
  • WS 3: Dr. Gerhard Scheidl/ Dr. Heribert Schopf: Didaktische Implikationen für Erziehung und Unterricht
  • WS 4: Dr. Reinhard Bauer (PH Wien): Digital ist (nicht) egal oder: Über den Sinn einer umfassenden Bildung über, mit, durch und in Medien
  • WS 5: Mag. Sven Severin (PH Wien)/ Denise Lamfalusi, BEd.(Kulturkontakt Wien): Hauptsache digital – sozial egal?! Einige Gedanken über ein angespanntes Verhältnis.
  • WS 6: Dr. Georg Lauss (PH Wien): Republik der Bildungsstandards: Neue Formen der Gouvernementalisierung der Schule

13.00-13.45: Session 1

14.00-14.45: Session 2

14.45- 15.30
Bericht aus den Workshops – Diskussion und Zusammenfassung

15.30-16.00
Kaffeepause, Kuchen

16.00- 17.00

Abschluss: Podiumsdiskussion

  • Hofrat Dr. Rupert Corazza, Stadtschulrat für Wien
  • Dr. Thomas Strasser, design. Vizerektor für Lehre, Forschung und Internationales
  • Dr. Jochen Krautz
  • Dr. Ralf Lankau
  • Dr. Andreas Schnider, Vorsitzender des Qualitätssicherungsrats
  • Moderation: Dr. Gordan Varelija (PH Wien)

Ende der Tagung: 17.00

Referate mit Diskussion und Workshops. Koordination: Dr. Heribert Schopf, Dr. Gerhard Scheidl für das Institut für bildungswissenschaftliche Grundlagen.

Für die Teilnahme an dieser öffentlichen Tagung ist kein Beitrag zu leisten.

Wir bitten Sie, Ihre Anmeldung aber bis spätestens10.9. 2018 per Mail ibg@phwien.ac.at einzureichen. Das Tagungsprogramm als PDF: Tagung PH Wien: Ökonomisierung und Digitalisierung

Plakat zur Tagung: Plakat zur Tagung an der PH Wien