Das „Musterländle“ auf schulpolitischen Abwegen

In bundesweiten Vergleichen stand Baden-Württemberg immer gut da, auch in Sachen Bildung. Ob PISA, TIMSS oder IGLU – in allen Studien schneiden baden-württembergische Schüler überdurchschnittlich ab. Die Kultusminister haben diese Ergebnisse jeweils zum Anlass genommen, sich selbst und ihre Politik ein wenig zu loben – wer will es ihnen verdenken – und gleichzeitig Reformen auf den Weg zu bringen, die – in manchen Fällen mehr, in anderen weniger – geeignet waren, die festgestellten Defizite zu beheben. Im Rückblick und mit ein wenig Abstand stellen sich die Dinge oft klarer dar: die Reformen der letzten zehn Jahre haben zu keinen wesentlichen Verbesserungen geführt, sie haben aber auch keinen großen Schaden angerichtet. Und im Lichte der aktuellen Entwicklungen ist das eine Leistung.

Frankfurter Jahrestagung „Irrwege der Unterrichtsreform“ 2012 – Beiträge jetzt erschienen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Vorträge der Frankfurter Jahrestagung „Irrwege der Unterrichtsreform“ (Tagungsbericht) im März 2012 sind im Schöningh-Verlag erschienen: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik, Heft 3/2012.

Ökonomismus in der Bildung: Menschenbilder, Reformstrategien, Akteure

Wie kommt es, dass die große Zahl der Reformen gegen die Lehrerschaft und entgegen grundlegender Erkenntnisse der Erziehungswissenschaft durchgesetzt wurde? Wieso wurden und werden die tatsächlichen Experten für Bildung und Erziehung nicht nur nicht gehört, sondern systematisch marginalisiert und mit allerlei Tricks „auf Linie“ gebracht? Und wer sind hierbei die Akteure, wenn diejenigen, die in einem demokratisch verfassten Staat dafür zuständig sind, nicht gehört werden?

Hattie-Studie: Auf der Suche nach dem Gral

„Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.“ propagiert das Hamburger Wochenblatt DIE ZEIT und setzt sich damit an die Spitze der Phalanx jener, die die Hattie-Studie propagieren.