Veröffentlicht am 28.05.20

Die schöne neue Realität der digitalen Bildungswelt

Erfahrungsberichte zu Homeschooling gesucht

Ein Nebeneffekt der Corona-Pandemie ist der erzwungene Fernunterricht, der in Teilen wohl auch nach den Sommerferien 2020 fortgesetzt wird. Das Selbstverständnis von Unterricht in Schulen durch studierte und qualifizierte Lehrkräfte wird aufgrund einer Notsituation in ein isoliertes, im besten Falls durch (Groß)Eltern oder Geschwister unterstütztes Abarbeiten von Lernpaketen mit Hilfe von analogen und zunehmend auch digitalen Medien verkehrt.

Digitalbefürworter und Lobbyisten sind begeistert und fordern die Fortsetzung der Digitalbeschulung auch nach Corona.  So werden Öffentlichkeit und Politik mit Unterstützung der medialen Berichterstattung derzeit auf die Verstetigung „digitalen Lernens“ eingeschworen. Ob solches Unterrichten überhaupt sinnvoll möglich ist und wie die Realität der digitalen Fernbeschulung aussieht, wird dabei ausgeblendet. Die betroffenen Lehrkräfte, Eltern und auch viele Schülerinnen und Schüler sehen das aufgrund ihrer Erfahrungen deutlich differenzierter.

  • Sind „Zoom“ und Microsoft-Teams-Chats tatsächlich ein Ersatz für das Unterrichtsgespräch?
  • Gibt es pädagogische Beziehungen in digitaler Übersetzung?
  • Wie frontal ist der Digitalunterricht?
  • Welchen Einfluss hat das Ausbleiben kooperativer Arbeitsformen auf den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler?
  • Können die Schülerinnen und Schüler die Sache, um die es geht, wirklich verstehen, oder arbeiten Sie Arbeitsaufträge ab?
  • Hilft die digitale Technik oder lenkt sie ab?  Sind die Schwierigkeiten einzig in mangelhaften Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen?
  • Inwiefern werden grundsätzliche Grenzen der Fernbeschulung deutlich/sichtbar?
  • Warum sind Eltern so gefordert, wenn doch vermeintlich alles digital möglich ist?
  • Warum sind manche Schülerinnen und Schüler nicht mehr greifbar?
  • Warum leiden gerade die Schwächeren?

Um diese Realität nicht hinter der inszenierten Digitalbegeisterung verschwinden zu lassen, sammeln wir als Gesellschaft für Bildung und Wissen entsprechende Erfahrungsberichte aus dieser Zeit – und was man daraus für Schule und Unterricht nach Corona lernen kann.

Das Ziel ist ein möglichst ehrlicher Praxisbericht. Auf Wunsch werden Ihre Beiträge anonymisiert.

Bitte schicken Sie Ihre Texte an die Adresse: redaktion@bildung-wissen.eu