Julian Nida-Rümelin und der „Akademisierungswahn“

Wer sich noch an die Bildungsreform der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts erinnert, wird vielleicht aufgemerkt haben, als Anfang September Julian Nida Rümelin als intellektueller Exponent der SPD in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ den „Akademisierungswahn“ im deutschen Bildungswesen geißelte und eine Lanze für die Berufsausbildung im Dualen System brach. Er machte damit eine ihm offenbar pathologisch erscheinende Tendenz des Bildungssystems aus, die seine Partei einst massiv unterstützt und auch maßgeblich in die Praxis umgesetzt hatte. Die politisch gewollte Bildungsexpansion als „Wahn“ zu bezeichnen, hätte Nida-Rümelin also möglicherweise an den Rand des Parteiausschlusses gebracht.

[ Weiterlesen… ]

Erzieher auf Abruf – Zeitarbeit im Kindergarten

Der Weg zu mehr Chancengerechtigkeit führt nur über eine gute frühkindliche Bildung. „Kein Kind zurücklassen!“ lautet die Formel der bildungspolitischen Kehrtwende, die mit großen Erwartungen an die Frühpädagogik verknüpft ist: U3-Betreuung, Bildungsdokumentationen, Sprachdiagnostik und nicht zuletzt die Inklusionsvereinbarung stellen das pädagogische Personal in Tageseinrichtungen vor große Herausforderungen, jedoch stehen Personalmangel und chronische Unterfinanzierung hierzu in deutlichem Widerspruch. Zur Behebung der Notlage bieten zunehmend Personalservice-Agenturen ihre Dienste im pädagogischen Bereich an und stellen Zeitarbeiter zur Verfügung, die kurzfristig und „bedarfsgerecht“ eingesetzt werden können. Was angesichts knapper Finanzen und personeller Engpässe als sinnvolles Instrument erscheint, könnte sich jedoch pädagogisch – und auf lange Sicht auch ökonomisch – als schädlich erweisen.

[ Weiterlesen… ]

Expertendämmerung

Der unlängst vorgebrachte Vorschlag, reformunwillige Professoren an den Hochschulen durch Experten zu ersetzen, ist eine Drohung, die sich auf ein langes Ressentiment gegen die Nachdenklichkeit und die Suche nach Erkenntnis stützen kann.

[ Weiterlesen… ]

Wird das Gymnasium zu Grabe getragen?

Das Gymnasium nimmt in Deutschland (wie im ganzen mittel-europäischen Raum) seit der Humboldtschen Bildungsrevolution eine Schlüsselrolle im Bildungswesen ein. Wie verträgt sich das mit der derzeit zu beobachtenden „Entgymnasialisierung“?

[ Weiterlesen… ]

Wenn nur die Quote zählt

Jährlich publiziert die OECD ihren Bericht „Bildung auf einen Blick“, in dem der Bundesrepublik jährlich Nachholbedarf bescheinigt wird. Richtig wird es durch die Wiederholung nicht.

[ Weiterlesen… ]

Eine Chemotherapie für die Schule?

Precht heizt den Konflikt zwischen Eltern und Lehrkräften weiter an, indem er den Eltern rät, ‘aufzubegehren’, wenn es ihnen in der Schule nicht spaßig genug für ihre Kinder zuzugehen scheint. Für den Verkaufserfolg seines Buches mag das hervorragend sein, für das Verhältnis von Lehrkräften und Eltern ist es verheerend.

[ Weiterlesen… ]

Müssen Lehrer lernen, sich beim Schüler zu bedanken?

Dem Autor wird werbend nachgesagt, er sei eine „Lichtgestalt der modernen Pädagogik“ (“Spiegel“) und „Europas gefragtester Pädagoge der Gelassenheit“ (“Die Zeit“). Nun reiht er sich in den Chor der gegenwärtigen Schulkritiker mit dem Alarm vom „Schulinfarkt“ ein – und erhebt Bestselleransprüche.

[ Weiterlesen… ]

Lehrerschelte statt Sachkenntnis

Der badenwürttembergische SPD-Fraktionsvorsitzende Schmiedel machte im Mai 2013 für die sinkenden Umfragewerte seiner Partei im Ländle nicht die aktuelle Bildungspolitik von Grün-Rot verantwortlich, sondern Lehrer und Lehrerverbände. Wie das?

[ Weiterlesen… ]

Gehorsam verweigert

Was ist eigentlich aus meinen Göttinger Professoren geworden, erkundigte sich der hannoversche König Ernst August I. scheinheilig beim Universalgelehrten Alexander von Humboldt. Dann schob er nach, dass sich ein Landesherr Professoren ähnlich wie Tänzerinnen oder Huren „überall“ kaufen könne. Die selbstgefällige Bemerkung zeigt nach Einschätzung von Prof. Steffen Martus, Berlin, dass der Welfen-König nicht einmal ansatzweise verstanden hat, worum es der Göttinger Sieben 1837 in ihrer Protestation, ihrem Protestschreiben, gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover gegangen sei.

[ Weiterlesen… ]

„packets of work sheets“ – Wutrede eines High School Schülers sorgt in den USA für Aufsehen

In der Online-Ausgabe der WASHINGTON POST ist ein Artikel erschienen, der ein Handyvideo kommentiert, das den High School Schüler Jeff Bliss zeigt. Der 18-Jährige macht seiner Lehrerin klar, was er von ihren Unterrichtsmethoden hält.

[ Weiterlesen… ]

« ZurückWeiter »