Erzieher auf Abruf – Zeitarbeit im Kindergarten

Der Weg zu mehr Chancengerechtigkeit führt nur über eine gute frühkindliche Bildung. „Kein Kind zurücklassen!“ lautet die Formel der bildungspolitischen Kehrtwende, die mit großen Erwartungen an die Frühpädagogik verknüpft ist: U3-Betreuung, Bildungsdokumentationen, Sprachdiagnostik und nicht zuletzt die Inklusionsvereinbarung stellen das pädagogische Personal in Tageseinrichtungen vor große Herausforderungen, jedoch stehen Personalmangel und chronische Unterfinanzierung hierzu in deutlichem Widerspruch. Zur Behebung der Notlage bieten zunehmend Personalservice-Agenturen ihre Dienste im pädagogischen Bereich an und stellen Zeitarbeiter zur Verfügung, die kurzfristig und „bedarfsgerecht“ eingesetzt werden können. Was angesichts knapper Finanzen und personeller Engpässe als sinnvolles Instrument erscheint, könnte sich jedoch pädagogisch – und auf lange Sicht auch ökonomisch – als schädlich erweisen.

„Hilf mir, es selbst zu tun“. Die Bertelsmann-Welt als vorbereitende Lernumgebung des Humankapitals

Die „Furcht vor der Freiheit“, in der Erich Fromm den psychologischen Ursprung der Bereitschaft sah, sich gesellschaftlichem Druck zu unterwerfen, ist, so scheint es, in dem Bertelsmann-Mobilisierungsprogramm, auf das System übergegangen, da es mit enormem propagandistischem und ökonomischem Aufwand die Individuen daran zu hindern versucht, einen anderen Gebrauch von ihrer Freiheit zu machen, als den, den die flexible Selbstverwertung von ihm verlangt.

Wort zum Sonntag: „Chancenspiegel“ und „Chancengerechtigkeit“

Am Dienstag vorletzter Woche wurden die Zeitungsleser bundesweit mit den Ergebnissen des „Chancenspiegels“ der Bertelsmann-Stiftung und der „Universitäten Dortmund und Jena“ konfrontiert. Resultat: „Kultusminister müssen noch viel lernen“ (Stuttgarter Nachrichten).