Cyber-Teacher für Internetsklaven
„Hausfrauen, Polizisten – jeder ist als Lehrer geeignet“ ist ein Beitrag des amerikanischen Computerwissenschaftlers David Gelernter in der FAZ vom 8. Februar 2012 betitelt, seinem Plädoyer für eine Cyber-Akademie.
„Hausfrauen, Polizisten – jeder ist als Lehrer geeignet“ ist ein Beitrag des amerikanischen Computerwissenschaftlers David Gelernter in der FAZ vom 8. Februar 2012 betitelt, seinem Plädoyer für eine Cyber-Akademie.
Seit einem Jahrzehnt vermessen die Pisa-Studien den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern. Die statistische Methode beansprucht Exaktheit, entzieht sich aber dem wissenschaftlichen Diskurs.
Gastbeitrag von Prof. Dr. Thomas Jahnke, Universität Potsdam
Der Bildungsleviathan nährt sich prächtig
Über den Plan eines Nationalen Bildungsrates
Gastbeitrag von Prof. Dr. Joachim Kahlert, LMU München
Bildung gehört nicht zu den klassischen Gegenstandsbereichen der Sozialethik. Ein Grund dürfte im personalen Charakter der Bildung zu suchen sein, der sich vordergründigen strukturethischen Überlegungen zunächst einmal verschließt. Die ethische Reflexion über die pädagogische Beziehung ist vorrangig eine individualethische Aufgabe, die ihren Ort in einer eigenen pädagogischen Bereichsethik hat.
Über den Mythos der Wissensgesellschaft
Sendung des SWR2 Aula. Von Konrad Paul Liessmann. (Mediathek, MP3-Audiofile)
Standardisierung ist im Trend. Erreicht sie, was man sich von ihr verspricht? Und vor allem: Wer ist es, der sich hier mit welchem Interesse etwas verspricht? Also: Woher kommt ‚der Trend‘?
Die Diskussion um Bildungsstandards läuft in verschiedenen (europäischen) Ländern auf verschiedene Weise und mit unterschiedlichen Voraussetzungen und bietet je nach Schulstufe spezifische Probleme.
Standardisierung, Bürokratisierung, Ökonomisierung gymnasialer Bildung: auch in der als besonders ‚widerständig‘ geltenden Schweiz wird das, was heute als ‚Reform von Bildung‘ verkauft wird, mit grossem Druck vorangetrieben. Und dies mit äusserst fragwürdigen, demokratische Legitimität z. T. umgehenden ’soft governance‘-Strategieen wie Propaganda (‚discursive dissemination‘), Schwächung der Legislative gegenüber der Exekutive, Umgehung der föderalistischen Strukturen und sogar … Weiterlesen
›Liebe öffnet Herzen‹ lautet der rührselige Titel eines kleinen Büchleins von Liz Mohn, die man mit einem gewissen Recht zu den mächtigsten Frauen Deutschlands zählen kann. Nach dem Tod von Reinhard Mohn regiert sie nun das Bertelsmann-Imperium und gemeinsam mit ihrer Freundin Angela Merkel Deutschland und die Welt gleich mit. Da ihr keine hoheitlichen Befugnisse und Apparate zukommen, stützt sie ihre Macht auf die Bertelsmannstiftung und ihre diversen Centren, Rankings, Studien und Medien (von Gruner&Jahr bis zur RTL-Group),um über ›Politikberatung und Reformkommunikation‹ politische Projekte zu installieren und voranzutreiben. Sehr geschickt nistet sich die Bertelsmann-Stiftung diskursiv in vermeintlich mehrheitsfähige Problemdiagnosen ein, öffnet so die Herzen ›der Menschen‹, so dass diese gar nicht merken, dass der rhteotrische Gutmenschentrojaner nur Träger von New Public Managment und antidemokratischen Ökonomismen ist. So immunisieren sich die Liquidatoren europäischer Kultur vor Kritik: Integration von Migranten, Inklusion, Teilhabe, Empowerment, Kein Kind zurücklassen! … Wer wagt da noch, kritische Fragen zu stellen?
Es ist schon ein seltsam‘ Ding mit der Bildung in Deutschland, der „Bildungsrepublik“. Auf der einen Seite kann man die jungen Menschen gar nicht früh genug auf „Leistung, Wissen und Exzellenz“ trimmen … Auf der anderen Seite verweigert man Grundschulkindern das Lernen elementarer Kulturtechniken.
Die Frage nach der öffentlichen Meinung beschäftigt den französischen Philosophen und Begründer der Dekonstruktion, Jacques Derrida (1930-2004) in seinem Essay Die vertagte Demokratie. Der Text erscheint im Jahr des Mauerfalls 1989 — eine Zeit politischer Umbrüche, die nicht erahnen ließ, welche Herausforderungen noch auf das neue Europa zukommen würden. Die Wahrheit auch gegen mögliche Widerstände öffentlich auszusprechen ist das geistige Erbe der Aufklärung.