Was der Glaube an Statistiken bewirkt – eine Nachlese zu PISA
Was ist das für eine Welt, in der die Vernunft kostspieligen und windigen Testinszenierungen hofieren muss, um sich wenigstens ein bisschen Gehöhr zu verschaffen?
Was ist das für eine Welt, in der die Vernunft kostspieligen und windigen Testinszenierungen hofieren muss, um sich wenigstens ein bisschen Gehöhr zu verschaffen?
Neuntklässer bewältigen ohne Probleme eine Zentralabiturarbeit. Was bleibt da von der propagierten Kompetenzorientierung der neuen Bildungsstandards?
Das Niveau des deutschen Abiturs sinkt? Im Gegenteil, am Ende des Tages werden Gymnasiasten heute besser denn je auf die Anforderungen der Wirtschaft vorbereitet.
Mehr als 100 Lehrkräfte aus der ganzen Region kamen am Samstag zum Lehrertag des Bamberger Erzbistums nach Nürnberg. Professor Jochen Kautz, Erziehungswissenschaftler, provozierte in seinem Vortrag im Caritas-Pirckheimer-Haus unter dem Titel „Wahre Bildung oder Bildung als Ware?“
Bildungsstandards, Kerncurricula, Inputorientierung, seit PISA wird über die vorzunehmenden Änderungen im deutschen Bildungssystem heftig debatiert.
In diesen Wochen kann die Entstehung eines organisierten Einspruchs von Bildungstheoretiker/innen gegen die herrschende Bildungsauffassung mitverfolgt werden, die in der Gründung der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (GBW) zum Ausdruck kommt.
Nach Pisa ist das Bildungswesen auf ein sogenanntes output- orientiertes, also auf Kompetenzen basierendes System umgestellt worden – im Gegensatz zum früheren input-orientierten, wissensbasierten System. Das Wissen ist durch die neue Kompetenzorientierung zu 90 Prozent abgeschafft worden.
Seit TIMMS, IGLU und vor allem PISA ist die deutsche Bildungslandschaft und die Politik in helle Aufregung versetzt worden. Das deutsche Bildungssystem steht am Pranger.
Was sich nicht alles mit PISA geändert hat! In Deutschland wurde bis vor kurzem (zuweilen auf die heftigste Art) darüber gestritten, was in das Programm der allgemeinen Bildung gehört und was nicht.
Endlich wissenschaftlich nachgewiesen: Die Hauptschule ist an Allem schuld – In den letzten Monaten hat meine überregionale Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ (FR) drei interessante Studien in Form von Interviews bzw. Berichten vorgestellt. Alle drei prangern, durchaus nachvollziehbar, irgendwelche gesellschaftlichen Missstände an, und die Autoren bzw. Herausgeber versteigen sich jedes Mal direkt oder indirekt zu der Behauptung, dass die Hauptschule schuld sei, und suggerieren mehr oder weniger explizit, dass man zur Bekämpfung dieser Missstände vor allem die Hauptschule abschaffen müsse.