Bildungsstandards, Kompetenzen, Kerncurricula: Das Ei des Kolumbus?
Seit TIMMS, IGLU und vor allem PISA ist die deutsche Bildungslandschaft und die Politik in helle Aufregung versetzt worden. Das deutsche Bildungssystem steht am Pranger.
Seit TIMMS, IGLU und vor allem PISA ist die deutsche Bildungslandschaft und die Politik in helle Aufregung versetzt worden. Das deutsche Bildungssystem steht am Pranger.
Was sich nicht alles mit PISA geändert hat! In Deutschland wurde bis vor kurzem (zuweilen auf die heftigste Art) darüber gestritten, was in das Programm der allgemeinen Bildung gehört und was nicht.
Endlich wissenschaftlich nachgewiesen: Die Hauptschule ist an Allem schuld – In den letzten Monaten hat meine überregionale Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“ (FR) drei interessante Studien in Form von Interviews bzw. Berichten vorgestellt. Alle drei prangern, durchaus nachvollziehbar, irgendwelche gesellschaftlichen Missstände an, und die Autoren bzw. Herausgeber versteigen sich jedes Mal direkt oder indirekt zu der Behauptung, dass die Hauptschule schuld sei, und suggerieren mehr oder weniger explizit, dass man zur Bekämpfung dieser Missstände vor allem die Hauptschule abschaffen müsse.
Im Rahmen einer Untersuchung von kompetenzorientierten Aufgabenstellungen im Zentralabitur, die mittlerweile in vielen Bundesländer eingesetzt werden, wurde beispielhaft eine Abiturklausur des Leistungskurses Biologie NRW aus dem Jahre 2009 in einer 9. Klasse eines Gymnasiums in NRW (G8) entsprechend den Prüfungsanforderungen im Zentralabitur den Schülerinnen und Schülern zur Bearbeitung vorgelegt.
Wie tief und in welchem Ausmaß und Umfang sich die Forschung deutschsprachiger Mathematikdidaktik mit Mathematik selbst befasst, also dem Bearbeiten, Durchdringen und – denken des Sujets, mit dessen Lehren und Lernen sie sich wissenschaftlich auseinandersetzt, lässt sich unter anderem an den publizierten Forschungsbeiträgen ablesen.
In einem im Sommersemester 2000 an der Universität / Gesamthochschule Essen durchgeführten Seminar zur Thematik des Schulprogramms sind von den Studierenden Lehrkräfte, die für das jeweilige Schulprogramm der Schule verantwortlich zeichnen, u.a. dazu befragt worden, wie Veränderungen bzw. Innovationen aussehen sollen, die direkt den Unterricht betreffen.