Veröffentlicht am 24.01.19

Im Würgegriff von LEHRPLAN 21

Ein Gastbeitrag von Gerhard Steiner (Universität Basel)

Das Thesenpapier „Im Würgegriff von Lehrplan 21“ ist meine Reaktion auf die Erstveröffentlichung dieses Reformvorhabens (mit seinen über 2000 zu erwerbenden Teilkompetenzen – übrigens ohne dass klar wird, was unter „Kompetenzen“ zu verstehen ist). Das Papier habe ich 2014 verfasst, also vor der Einführung von LP21; es sollte zu jenem frühen Zeitpunkt den damaligen Basler Erziehungsdirektor, Dr. Christoph Eymann, der zugleich Präsident der EDK (Erziehungsdirektoren-Konferenz der Schweizer Kantone) war, darauf aufmerksam machen, dass es wohlbegründete Argumente gegen eine Einführung dieser Reform gibt. Das kam schlecht an, weil die Meinungen schon gemacht waren: Während vieler Monate wurde diese „kompetenz-orientierte“ Reform hinter verschlossenen Türen vorbereitet und dann unvermittelt veröffentlicht. Zwar konnten die Bürger in den meisten Kantonen darüber abstimmen, nur wusste niemand, wofür oder wogegen sie stimmten, weil die Abstimmungsunterlagen sehr allgemein gehalten waren und das Wesen des LP21 und seine Folgen verschwiegen. Die Umsetzung stösst auf immer mehr und zum Teil auch heftigen Widerstand bei Lehrerinnen und Lehrern, wird aber mit repressiven Massnahmen (wie in totalitären Staaten) gegen viele Unterrichtende durchgeboxt (Mobbing im Lehrerzimmer, Zitieren auf die Erziehungsdirektion bis hin zu Pensumsreduktionen und Entlassung).

 

Das Thesenpapier als PDF zum Download: LEHRPLAN 21 Kommentar GS Uni Basel

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