Veröffentlicht am 25.02.15

Der Akademisierungsgswahn. Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung

von Julian Nida-Rümelin

Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt, die akademische Bildung wird immer beliebiger und flacher. Mit dieser These trat Julian Nida-Rümelin, Philosoph und streitbarer Kulturpolitiker, im Herbst eine Debatte los.

Seinen Kritikern hält Nida-Rümelin in diesem Essay starke Argumente entgegen: Er plädiert für ein Bildungssystem, das sich konsequent an der Vielfalt von Begabungen, Interessen, Berufsund Lebenswegen orientiert. Das kann durch eine gute und gründliche universitäre Ausbildung geschehen, die natürlich jedem begabten jungen Menschen, der studieren will, offenstehen soll. Zu diesem System gehört aber auch die berufliche Bildung, um die Deutschland in der ganzen Welt beneidet wird. Doch im eigenen Land schwindet die Anerkennung für diesen Weg in den Beruf – so entsteht eine Abwärtsspirale, die den Fachkräftemangel noch verstärkt, der aus demografischen Gründen ohnehin droht.

Es kann nicht sein, dass wegen schiefer internationaler Vergleiche die Stärken des deutschen Bildungssystems geopfert werden, erklärt Nida-Rümelin. Berufliche und akademische Bildung sind unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Fähigkeiten zu bilden.

Nida-Rümelin: Der Akademisierungswahn. Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung, edition Körber-Stiftung,  2014
ISBN: 978-3-89684-161-2

Siehe ergänzend: http://www.julian.nida-ruemelin.de/

Gespräch mit Julian Nida-Rümelin in der Frankfurter Allgemeine Zeitung am 1.9.2014: “Wir sollten den Akademisierungswahn stoppen”

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