Veröffentlicht am 20.01.19

EINSPRUCH tut Not. Neuerscheinung aus der Schweiz

EINSPRUCH! 2

Auswirkungen der Schulreformen – eine kritische Bestandsaufnahme aus Sicht der Betroffenen

Als wir vor bald drei Jahren erstmals mit «Einspruch» an die Öffentlichkeit gingen, waren wir vom Interesse überwältigt. Wir mussten die Broschüre gleich viermal auflegen. Insgesamt wurden 12000 Exemplare in der Schweiz verkauft.

Damals ging es uns darum, dem allenthalben medial suggerierten Eindruck entgegenzutreten, die Kritik an den seit Jahren laufenden, kaum je offen diskutierten «Schulreformen» sei ausschließlich konservativ-rechts motiviert. Gebetsmühlenartig wurde wiederholt, diese «Reformen» würden dem gesellschaftlichen Wandel entsprechen, seien also unbestritten. Menschen, die solche «Reformen» ablehnen, seien dem Fortschritt grundsätzlich feindlich gesinnt. Deshalb baten wir zahlreiche politisch links bis linksliberal denkende, bekannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und im schulisch-pädagogischen Umfeld Tätige, ihren kritischen Standpunkt zu den nicht enden wollenden «Reformen» und der Art, wie sie durchgesetzt werden, darzulegen; viele haben dies gerne getan. Unsere Forderung mit «Einspruch» war: Innehalten, gemeinsam nachdenken und prüfen, ob diese permanente Reformeuphorie der Schule wirklich einen Fortschritt oder eher Rückschritte beschert hat. Wir verlangten also einen echten öffentlichen Diskurs.

In dieser neuen Ausgabe von «Einspruch» wollen wir die «Betroffenen» zu Wort kommen lassen. Sie sprechen im Namen vieler ebenfalls in Not geratener Familien. Nicht überall zeigen sich unerfreuliche Phänomene in der gleichen Weise. Doch die meisten persönlichen Berichte ähneln sich. Sie zeigen, dass sehr vieles in Schule und Unterricht heute völlig anderen didaktischen und inhaltlichen Grundsätzen

folgt als noch vor wenigen Jahren. Aufgrund des geschwundenen Einblicks in die Schule, der heute nur noch den «Experten» vorbehalten ist, ziehen viele Eltern notgedrungen den Schluss, die Probleme ihrer Kinder würden auf Defizite ihrer Erziehung oder in der Persönlichkeit ihres Kindes hinweisen. Die Schilderungen von Eltern als Zeitzeugen werden in dieser Broschüre durch Aussagen verschiedener kritischer Experten aus Heilpädagogik, Kinder- und Jugendmedizin ergänzt. Es kommen auch Vertreter der Lehrerschaft bzw. Lehrerverbände, Berufsausbildung, Erziehungswissenschaft und Lehrerbildung zu Wort. So lassen sich die Vorgänge differenzierter einordnen und es kann besser beurteilt werden, was heute eigentlich wirklich schiefläuft.

Eine düstere Seite der Reformen an den Schulen sind die Methoden, mit denen versucht wird, alle Beteiligten auf den ideologisch «richtigen» Weg zu trimmen. Mit teils sehr subtilen, aber klar manipulativen

Techniken, die vorwiegend der Betriebswirtschafts- bzw. Managementlehre entlehnt sind, wird ein offener Diskurs sowohl in den Institutionen als auch in der Öffentlichkeit gezielt unterbunden. Professionelle Steuerungsmechanismen führen zu einem allgemeinen Klima kleinlauten Schweigens und des Rückzugs ins Private, sodass jedermann versucht, mit der Situation selber fertig zu werden. Dieser bedenkliche Zustand manifestiert sich u.a. daran, dass viele Eltern und Lehrpersonen, die in dieser Broschüre zu Wort kommen, nicht offen sprechen können oder wollen. Aus Angst vor Repressionen, Stigmatisierungen und Nachteilen für Kinder und Familie haben sie zumeist die Anonymität gewählt – dies sehr ungern. Allein dieser Umstand sollte ein Alarmzeichen für jeden demokratisch gesinnten Menschen in unserem Land sein.

 

Die Herausgeber

Beat Kissling, Alain Pichard, Yasemin Dinekli

 

Bestellmöglichkeiten:

7 Euro plus Versandkosten

Alain Pichard, Neuenburgstrasse 138, 2505 Biel arkadi@bluemail.ch

oder

Yasemin Kanele, Brunngasse 3, Männedorf, yasemin.kanele@web.de

 

Der aktuelle Flyer und das Editorial für Sie zum Download:

Einspruch2_Flyer.pdf

Einspruch2_Editorial.pdf

 

Nachlese:

Einspruch! Kritische Gedanken zu Bologna, Harmlos und Lehrplan 21 (2016)

 

 

Zu den Autoren: